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Insulinpumpentherapie

Insulinauswahl

Zu Beginn der lnsulinpumpentherapie wurden vorwiegend Schweine- oder Rinderinsuline in Form des kurzwirkenden Normalinsulins verwendet. Seit der Einführung des hochgereinigten, meist durch Transpeptidierung gewonnenen Humaninsulins, werden tierische Insuline immer seltener verwendet 10-13. Gegenwärtig werden bis auf das hochgereinigte Schweineinsulin (Velasulin pp® der Firma Nordisk) ausschließlich Humaninsuline in der Insulinpumpentherapie eingesetzt. Dabei kommen die für Deutschland üblichen Konzentrationen von 40 und 100 Einheiten pro ml (U40/U100) zur Anwendung, die pH neutral sind. Die früher benutzten Insuline mit niedrigem pH sollten aufgrund ihrer Hautunverträglichkeit heute nicht mehr zum Einsatz kommen. In der Tabelle 10 sind die einzelnen Insuline aufgelistet. Sehr viele lnsulinpumpenzentren greifen bei der Verwendung von U40-Insulinen auf die seit Jahren auf dem Markt befindlichen Altinsuline zurück.

In der Mehrzahl haben sich jedoch in Deutschland die U100-Insuline durchgesetzt, da durch stete Miniaturisierung der Insulinpumpen auch die Pumpenreservoire kleiner wurden und durch den Einsatz dieser Insuline das sehr häufige (teilweise tägliche) Auffüllen der Insulinkarpulen reduziert werden konnte. Zusätzlich haben darüber hinaus neuere Untersuchungen ergeben, daß niedrig konzentrierte Insuline häufiger zu Katheterverstopfungen führen1,9. Walter hat nachgewiesen, daß hochgereinigtes Humaninsulin ein häufigeres Katheterwechseln verlangt, wenn ihm nicht zusätzlich ein Oberflächenaktivator zugesetzt wird2,3. Benutzt wird hierfür Genapol4-6. U100-Insuline weisen eine größere Wärmetoleranz auf als U40-Insuline. Dies ist insofern von Bedeutung, als es bei großem Reservoir und gleichzeitig niedrigem Insulinbedarf vorkommen kann, daß die Insuline teilweise über einen Monat kontinuierlich der Körpertemperatur ausgesetzt sind. Aktivitätsverluste des lnsulins müssen in solchen Situationen verhindert werden.

Bei der intraperitonealen oder intravenösen Dauer-Insulintherapie - sowohl mit externen als auch mit implantierten Insulinpumpen - sollte ein oberflächenstabilisiertes Insulin (Genapol) verwendet werden. Mit ihm konnten sowohl von amerikanischen7 als auch von europäischen8 Arbeitsgruppen sehr gute Erfolge erzielt werden.

Literaturhinweise

1 Spraul, N4., R. Ernshoff, F. Chantelau et al.: Cutaneous Complications induced by Continous Subcutaneous Infusion: Experimental Studies with Portable Mini-Pumps. 7th Workshop of the Aidspit Study Group, Igls 1988.

2 Walter, H., A. Günther, R. Timmler et al.: Verhinderung von Katheterverstopfungen bei der lnsulinpumpentherapie durch stabilisiertes Insulin. Akt. Endokr. Stoffw. 8 (1987) 220.

3 Walter, H., R. Timmler, H. Mehnert: Stabilized insulin prevents catheter occlusions during CSII treatment. 6th Workshop of the Aidspit Study Group, IgIs 1987.

4 Grau, U.: Chemical Stability of Insulin in a Delivery System Environment. Diahetologia 28 (1985) 458-463.

5 Obermeier, R., G. Seipke: Enzyme-Catalysed Semissyntheses with Porcine Insulin. Process Biochemistry 19 (1984) 29-32.

6 Grau, U., Insulin Stability. In: Continous insulin infusion therapy. Experience from one decade (Hrsg. K.D. Hepp, R. Renner), S. 33-66. Schattauer, Stuttgart - New York 1985.

7 Saudek, C.: Clinical Data of the American Multicenter Study with the Pims Pump. 7th Workshop of the Aidspit Study Group, lgls 1988.

8 Seipke, G.: Insulin Stability in the European Study (HPCL) with the Siemens Pump. 7th Workshop of the Aidspit Study Group, Igls 1988.

9 Mecklenburg, R.S., J.W. Benson, P.N. Fredlund et al.: Acute Complications Associated with Insulin lnfusion Pump Therapy. JAMA 252 (1984) 3265-3269.

10 Pietri, A., P. Raskin: Cutaneous Complications of Chronic Continous Subcutaneous lnsulin Infusion Therapy. Diabetes Care 4 (1981) 624-626.

11 Schade, D.S., R.P. Eaton: Bactericidal Properties of Commercial U. S. P. Formulated Insulin. Diabetes 31 (1982) 36-39.

12 Lougheed, W.D., A.M. Albisser, H.M. Martindale et aI.: Physical Stability of Insulin Formulations, Diabetes 32 (1983) 424-432.

13 Pickup, J.C., D. Rothwell: Technology and the diabetic Patient. Med. Biol. Eng. Comput. 22 (1984) 385-400.


ET, April 2001

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