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Sanofi-aventis stiftet den Förderpreis der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker"

Dr. med. Martin AndrassyFrankfurt, 6. Dezember 2009 - Die Blockierung des nuklearen Chromatin-Proteins "High Mobility Group Box Chromosomal Protein 1" (HMGB1) könnte einen neuen therapeutischen Ansatz zur Behandlung der Herzinsuffizienz nach Infarkt bei Diabetikern darstellen. Das ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit, für die der Heidelberger Kardiologe Dr. med. Martin Andrassy den diesjährigen Förderpreis der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" erhielt. Der von sanofi-aventis zum neunten Mal gestiftete Preis in Höhe von 10.000 Euro wurde im Rahmen der VIII. Jahrestagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" von Dr. med. Bernd von Stritzky, Medical Director Metabolism bei sanofi-aventis, in Berlin überreicht.

Die Interaktion von HMGB1 mit seinen spezifischen Rezeptor spielt eine große Rolle in der Pathogenese der frühen und Spätkomplikationen nach Myokardinfarkt im diabetischen Milieu. Die Behandlung mit einem spezifischen HMGB1-Antagonisten, HMGB1 box A, reduziert den Gewebeschaden und das Post-Infarkt-Remodeling.

"Die Wahl des Preisträgers untermauert unser Stiftungsziel, Ärzte und Wissenschaftler zu fördern, die ihre Forschungsarbeit dem wichtigen Thema, der Verbindung zwischen Kardiologie und Diabetologie, widmen", erklärte Professor Dr. med. Dr. h. c. Diethelm Tschöpe, 1. Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker", Bad Oeynhausen.

Die Stiftung unterstützt die Forschung im experimentellen, klinischen und bevölkerungsmedizinischen Bereich, um vaskulären Folgeerkrankungen vorzubeugen. Darüber hinaus will die Stiftung die Öffentlichkeit über Herz- und Gefäßerkrankungen bei Diabetikern aufklären, z.B. mit einem 10-Punkte-Programm zur Prävention, das Patienten und Ärzten als Leitfaden dient. Die jährliche Ausschreibung des Förderpreises der Stiftung richtet sich an alle Ärzte und Wissenschaftler sowie Patienten- und Laienorganisationen, die sich der Lösung der angesprochenen Probleme in verdienstvoller Weise widmen. Bewerbungen für den Förderpreis 2009 können bis zum 30. September 2009 bei der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" eingereicht werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.stiftung-dhd.de.

 

Dr. med. Martin Andrassy erhielt den Förderpreis für: Die Rolle von HMGB1 im Post-Infarkt Remodeling im Diabetes

Hintergrund
Die Assoziation von Diabetes mit einer höheren Inzidenz, Ausprägung und Vielschichtigkeit der kardialen Komplikationen im Rahmen eines Herzinfarktes im Vergleich zu euglykämischen Kontrollen ist unzureichend verstanden. Ziel dieses Projektes ist die Analyse molekularer Mechanismen, die für die ausgeprägten Reaktionen im Myokard im Infarkt auf dem Boden einer diabetischen Stoffwechsellage verantwortlich sind. Es gibt zunehmend Hinweise, dass das nukleäre Chromatin-Protein "high mobility group box chromosomal protein 1" (HMGB1), ein neu-entdecktes "danger signal" Molekül und ein potenter proinflammmatorischer Mediator, eine wichtige Rolle in der Initiierung und Aufrechterhaltung der Entzündungsantwort einnimmt.

Ergebnisse
Wir können zeigen, dass die Interaktion von HMGB1 mit seinem spezifischen Rezeptor "receptor for advanced glycation endproducts" (RAGE) eine große Rolle in der Pathogenese der frühen und Spätkomplikationen nach Myokardinfarkt im diabetischen Milieu spielt. 10 Wochen nach Induktion von Diabetes ist die myokardiale Expression von HMGB1 sowohl auf RNA - als auch auf Proteinebene deutlich erhöht. Gleichzeitig führt die hyperglykämische Stoffwechsellage histologisch zu einem ausgeprägten Inflammations- und Fibrose-Score in Verbindung mit einer deutlich erhöhten myokardialen Expression von TNF- , IL-6 und TGF-ß, Schlüssel-Zytokine der Inflammation und des Remodeling. Ferner wird der Infarkt-induzierte myokardiale Gewebeschaden durch Diabetes potenziert. Die Behandlung mit einem spezifischen HMGB1-Antagonisten, HMGB1 box A, führt zur signifikanten Reduktion des Gewebeschadens und des Post- Infarkt Remodeling im Diabetes mit einer deutlichen verbesserten linksventrikulären Pumpfunktion. Ferner weist die Behandlung mit HMGB1-box A auf eine chronische Aktivierung der proinflammatorischen MAP Kinasen jun N-terminal kinase (JNK) und extracellular signal-regulated kinase ½ (Erk ½), neben der Aktivierung des Transkriptionsfaktors nuclear factor-kappaB (NF- B) im Diabetes. RAGE-KO Tiere weisen im reperfundierten Myokard im Diabetes einen deutlich geringeren Zellschaden im Vergleich zur Kontrolle auf, und die HMGB1-antagonisierende Therapie hat erwartungsgemäß keinen Einfluss auf die Freisetzung der Nekrose- und Herzinsuffizienz-Parameter.

Schlussfolgerung
HMGB1 übt durch die Bindung an RAGE eine bedeutende Rolle im Diabetes- und im Infarkt-induzierten myokardialen Remodeling aus. Hierbei kommt es zur anhaltenden Aktivierung pro-inflammatorischer Signaltransduktionswege mit konsekutiver Myokardschädigung und Entwicklung der Herzinsuffizienz. Somit könnte die Blockierung von HMGB1 einen neuen therapeutischen Ansatz zur Behandlung der Herzinsuffizienz nach Infarkt bei Diabetikern darstellen.

 

Pressemitteilung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


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